IT-Unterstützung der Staatsanwaltschaften

Die „IT-Gruppe“ der Staatsanwaltschaften wurde unter der Leitung eines Oberstaatsanwalts Ende 1987 ins Leben gerufen. Im Frühjahr 1988 umfasste sie vier Mitarbeiter/innen, im Laufe der folgenden Jahre wuchs der Personalbestand entsprechend dem Aufgabenzuwachs bis auf zehn.

Die Entwicklung vollzog sich ähnlich wie im Bereich der ordentlichen Gerichtsbarkeit: Die IT-Gruppe war zunächst mit Einzelanwendungen („Strafzeitberechnung“), aber auch schon mit der Betreuung der (bereits geschäftsbereichsübergreifend im Aufbau begrifffenen) Kostenanwendung JUKOS befasst. Auch die IT-Landschaft der Staatsanwaltschaften war daneben zunächst von Schreibsystemen, später auch von Einzelplatz-PC, bereitgestellt vor allem in den Vorzimmern der Behördenleitungen und den Schreibdiensten, geprägt. Einzelne Staatsanwälte nutzen individuell gestaltete Datenbankumgebungen für ihre Arbeit (z.B. auf der Basis von Framework und dBase). Ein erstes staatsanwaltschaftliches Fachverfahrens auf der Grundlage mittlerer Datentechnik („Refas“ – Registerführung für Amts- und Staatsanwaltschaften) wurde ab 1988 bei der Staatsanwaltschaft in Darmstadt erprobt und in den Folgejahren gemeinsam mit dem Normierungstool „Refas VU“ nebst den UNIX-Mehrplatz-Textsystemen mit „Prismaoffice“ und JUKOS flächendeckend bei allen Staatsanwaltschaften eingeführt.

Ab 1998 erfolgte die Migration von Refas hin zu dem noch heute genutzten, länderübergreifend weiterentwickelten Client/Server-Fachverfahren MESTA („Mehrländer-Staatsanwaltschafts-Automation“), das im Projekt ERV-OWi („Elektronischer Rechtsverkehr in Ordnungswidrigkeitenangelegenheiten“) inzwischen auch in die elektronische Bearbeitung und behördenübergreifende Weiterleitung elektronischer Bußgeldakten einbezogen ist. Eine weitere besondere Vorreiterrolle innerhalb der hessischen Justiz kam der IT-Gruppe Ende der 90er Jahre zu, als sie - als erste - für den von ihr betreuten Geschäftsbereich eine automatisierte Softwareverteilung einführte.

Ab dem 1.4.2005 bildete die vormalige IT-Gruppe den für die Informationstechnik der Staatsanwaltschaften zuständigen Fachbereich der Gemeinsamen IT-Stelle der hessischen Justiz in Bad Vilbel. Das erste zusammen mit dem ehemaligen ADV-Referat gebildete Fachgebiet beinhaltete die Zuständigkeit für das geschäftsbereichsübergreifend genutzte JUKOS.

Geschäftsbereichsübergreifende Aktivitäten wurden nun im Rahmen der Gemeinsamen IT-Stelle gleichsam „unter einem Dach“ gemeinsam organisiert.