IT-Unterstützung in der ordentlichen Gerichtsbarkeit

Zum 1. Januar 1987 wurde das ADV-Referat beim Oberlandesgericht Frankfurt am Main gegründet. Es bestand ursprünglich aus einem Richter am Oberlandesgericht als Referatsleiter und vier Mitarbeitern des gehobenen Dienstes (Rechtspfleger), die zuvor eine EDV -Ausbildung bei der Hessischen Zentrale für Datenverarbeitung (HZD), dem IT-Dienstleister der hessischen Landesverwaltung, erfolgreich absolviert hatten. Aufgaben des ADV-Referats waren zunächst die Übernahme der operativen Betreuung des bereits am Landgericht Frankfurt am Main laufenden Systems, aber auch die Vorbereitung der nun zu treffenden Entscheidungen über die Anschaffung und den Einsatz neuer Systeme für Zivil- und Familien-Geschäftsstellen (SIJUS-Zivil und Sijus-Familie) sowie die Ablösung des bisherigen Systems zur Unterstützung der Grundbuchämter (MAGB- Mainzer Automatisiertes Grundbuchverfahren) durch Solum als Grundlage für das spätere EDV-Grundbuch (SolumSTAR). Das bereits etablierte System JUKOS (Justizkostensystem) war fortzuentwickeln, die Voraussetzungen für die EDV-Unterstützung der Vollstreckungsabteilungen bei den Amtsgerichten waren zu schaffen. Diese Anwendungen basierten damals noch auf den für Mehrplatzanwendungen gebräuchlichen Unix- (SINIX) -Systemen. Auch erste PC-Anwendungen rückten damals schon in den Focus der Überlegungen; Ende der 80er Jahre betrieb das ADV-Referat ein Initialprojekt zur EDV-Unterstützung des richterlichen Arbeitsplatzes.

Entsprechend der fortschreitenden Etablierung von DV-Systemen in den Gerichten der ordentlichen Gerichtsbarkeit und der Übernahme auch Unterstützung der Textverarbeitung im nichtrichterlichen Bereich wuchs die Zahl der Mitarbeiter im Referat bis 1996 nach und nach auf mehr als vierzig.

Ende 1999 erklärte die hessische Landesregierung eine umfassende „Modernisierungsoffensive der hessischen Justiz“. Sie zielte auf Vollverkabelung aller Justizbehörden, EDV - Vollausstattung und Einführung zukunftsfähiger Justizfachanwendungen, Aufbau von Client/Server-Netzwerken einschließlich zeitgemäßen Kommunikationsfunktionen und die flächendeckende Einführung von Serviceeinheiten. Besondere Meilensteile für das ADV-Referat waren zunächst die Bildung von Projektgruppen für die Einführung des elektronischen Grundbuchs (SolumSTAR) Ende 1999 bzw. des elektronischen Handelsregisters (RegisSTAR) 2001, von 2002 bis 2006 vor allem aber auch die operative Umsetzung der Modernisierungsoffensive durch Planungs- und Beschaffungsmaßnahmen, Einführung von Justizfachanwendungen - insbes. der von der niedersächsischen Justiz federführend entwickelten Anwendungen der Eureka-Gruppe, die Durchführung von Anwenderschulungen und Aufbau eines spezialisierten fachlichen User Help Desks.

Mit Wirkung zum 1.4.2005 wurde das ADV-Referat nach 18 Jahren geschäftsbereichsbezogener Tätigkeit durch Verwaltungsvereinbarung vom 18. Januar 2005 zur künftig gemeinsamen Aufgabenwahrnehmung organisatorisch mit der „IT-Gruppe“ der Staatsanwaltschaften vereinigt. Die so geschaffene gemeinsame Einrichtung des Oberlandesgerichts und der Generalstaatsanwaltschaft mit Dienstsitz in Bad Vilbel trug die Bezeichnung „Gemeinsame IT-Stelle der hessischen Justiz“.