Einleitung

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IT-Stelle der hessischen Justiz in Bad Vilbel
IT-Stelle der hessischen Justiz in Bad Vilbel

Die informationstechnische Unterstützung der Arbeitsplätze in der Justiz wird heute insbesondere durch die breite Verfügbarkeit spezialisierter Justizfachanwendungen und professioneller Recherchesysteme, der in Hessen in der Fläche vollzogenen Öffnung für den elektronischen Rechtsverkehr zwischen Anwälten, Notaren und anderen Beteiligten und den Justizbehörden sowie erste Erfahrungen mit der Führung elektronischer Akten geprägt. Die Justizfachanwendungen werden regelmäßig länderübergreifend in Entwicklungsverbünden fortentwickelt und weiter verfeinert. Die Möglichkeiten des elektronischen Rechtsverkehrs werden immer stärker genutzt, Heim- und Mobilunterstützung der Arbeitsplätze sind gewährleistet, der allmähliche Übergang zur elektronischen Aktenführung zeichnet sich ab. Unter wirtschaftlichen und organisatorischen Askpekten ist in den letzten Jahren das Zusammenwachsen der technischen Plattformen immer stärker in den Vordergrund getreten. Vieles ist möglich oder wenigstens denkbar geworden, seit der Siegeszug der Informationstechnik vor einigen Jahrzehnten begann.
Über 30 Jahre sind nun vergangen, seit die moderne Informationstechnik – anfangs meist als „elektronische Datenverarbeitung“ (EDV) oder „automatisierte Datenverarbeitung“ (ADV) bezeichnet – in ihren Anfängen in der hessischen Justiz Einzug hielt. Die erste Ausstattungsphase war naturgemäß noch von Insellösungen oder Einzelausstattungen geprägt und hatte teils auch experimentellen Charakter. Den ersten Schritt bildeten terminalbasierten Anlagen der mittleren Datentechnik; schon 1980 wurde ein Unix-System zur Geschäftsstellen-unterstützung („AuGE“ - Automatisierte Geschäftsstelle) am Landgericht Frankfurt am Main eingerichtet. Bald folgten parallel dazu Schreibsysteme für Einzelarbeitsplätze (Bildschirm-schreibmaschinen mit Diskettenspeicher, gegen Ende der 80er Jahre erste Personal Computer [„PC“]). In dieser Zeit fand auch die Förderung von Einzelinitiativen interessierter Justizmitarbeiter mit Pioniergeist verbreitete Resonanz; in den verschiedenen Gerichtsbarkeiten und der Staatsanwaltschaft entwickelten Richter und Staatsanwälte fortschrittliche und ent-sprechend ihren fachlichen Anforderungen spezialisierte eigene Datenbanklösungen bis hin zu - auch eigenadministrierten - vernetzten Arbeitsgruppenstrukturen.
Auf der Grundlage dieser Erfahrungen und zunehmender Akzeptanz der Justizmitarbeiterinnen und -mitarbeiter konnte etwa ab der Mitte der 80er Jahre die Entwicklung, Einführung und betriebliche Unterstützung von Justizfachverfahren für eine flächendeckende Nutzung in Angriff genommen werden. Damit wurde neben der organisatorischen und strategischen Zuständigkeit des Justizministeriums bzw. der Organisationsreferate der Justizmittelbehörden die Bildung für die Wahrnehmung justizspezifischer IT-Aufgaben zuständiger Organisationseinheiten erforderlich. Über viele Jahre hinweg haben sie immer anspruchsvollere Aufgaben bewältigt und entscheidend zu dem heute erreichten Ausstattungsstand beigetragen. Ab 2005 sind sie in mehreren Schritten organisatorisch miteinander verbunden worden; sie bilden den gemeinsamen Ursprung der heutigen IT-Stelle der hessischen Justiz als eigenständiger Behörde.