Die IT-Stelle der hessischen Justiz

Der Zuständigkeitsbereich der Gemeinsamen IT-Stelle („GIT-Justiz“) entsprach bereits spiegelbildlich den geschäftsbereichsübergreifenden Zuständigkeiten des HMdJIE, sie war aber noch nicht stringent als organisatorische Einheit mit effizienten Strukturen begründet. Auch wenn sie in der Außensicht oft wie eine eigenständige Dienststelle wahrgenommen worden ist, handelte es sich doch in Wahrheit um eine komplizierte virtuelle Struktur; mehrere Verwaltungsvereinbarungen hatten eine Zusammenarbeit der geschäftsbereichsspezifischen IT-Teilorganisationen auf fachlicher Ebene und in gemeinsamen Projektaktivitäten postuliert und deren frühere Aufgaben weitgehend an die gemeinsame Einrichtung übertragen. Die so zusammengesetzte „Gemeinsame IT-Stelle“ verfügte aber weder über eigenes Personal noch über eine geregelte Führungsstruktur; noch hing die Zusammenarbeit weitgehend vom Einvernehmen der zahlreichen Beteiligten ab und erforderte in der Praxis oft hohen Koordinationsaufwand.

Diese grundlegende Problematik der vormaligen Organisationsform ist durch die gesetzliche Gründung der IT-Stelle als eigenständiger Landesoberbehörde im Geschäftsbereich des HMdJIE zum 1. Januar 2012 konsequent behoben worden. Die Zuordnung der IT-Stelle zum Geschäftsbereich des HMdJIE folgte dabei aus ihrer geschäftsbereichsübergreifenden Zuständigkeit für alle hessischen Justizbehörden. Ihre organisatorische Selbstständigkeit und die Zuordnung eigenen Personals stärken die zentralen Leitungsbefugnisse und werden die Möglichkeiten zu einer geschäftsbereichs- und fachbereichsübergreifenden Erschließung der Binnenressourcen deutlich verbessern. Andererseits wird die erforderliche weitere Mitwirkung von Justizpersonal aller Berufsgruppen in der Aufgabenwahrnehmung der IT-Stelle durch die organisatorische Verselbständigung nicht in Frage gestellt; auch die für den Erfolg ihrer Aufgabenwahrnehmung sehr bedeutsame Akzeptanz innerhalb der Justiz wird - auch angesichts weitgehender personeller Kontinuität der Mitarbeiterschaft- im Rahmen ständiger Kommunikation und in Zusammenarbeit mit Vertretern der Praxis erhalten und weiter gefördert werden können.