EDV-Unterstützung der sozialen Dienste

Bewährungshilfe - Gerichtshilfe - Sozialdienst des Justizvollzuges – Führungsaufsichtsstellen bei den Landgerichten

Die hessische Justiz beschäftigt staatlich anerkannte Dipl.-Sozialarbeiterinnen/Dipl.-Sozialarbeiter, Sozialarbeiterinnen BA / Sozialarbeiter BA als Bewährungshelfer/innen, Gerichtshelfer/innen und im Sozialdienst des Justizvollzuges.

Die Bewältigung der vielfältigen Aufgaben der sozialen Dienste wird durch den Einsatz der Fachanwendung SoPart® Justiz unterstützt. Diese stellt auf der Ebene der elektronischen Datenverarbeitung die gemeinsame Plattform für die sozialen Dienste innerhalb und außerhalb des Vollzugs dar.

Seit Januar 2005 greift die hessische Bewährungshilfe zur Unterstützung ihrer Arbeit auf die EDV-Fachanwendung SoPart® Justiz zurück. Nach Ablauf einer einjährigen Eingewöhnungsphase wird die Fachanwendung seit Januar 2007 standardmäßig in der Bewährungshilfe in Hessen eingesetzt.

Nach vorausgegangener Pilotierung zu Beginn des Jahres 2011 in der Einweisungsabteilung der Justizvollzugsanstalt Weiterstadt und den Justizvollzugsanstalten in Butzbach und Schwalmstadt wurde die Fachanwendung Ende des Jahres 2011 sukzessive in allen hessischen Justizvollzugsanstalten eingeführt.

Seit 2012 arbeiten die Gerichtshelferinnen und Gerichtshelfer in den Staatsanwaltschaften in Hessen mit SoPart® Justiz.

In den Landgerichtsbezirken Darmstadt und Limburg, in denen seit 2015 die Zusammenlegung von Gerichts- und Bewährungshilfe in Form der allgemeinen „Soziale Dienste der Justiz“ Pilotiert wird, haben auch die Bewährungshelfer Zugriff auf das Modul der Gerichtshilfe.

Die im Rahmen des Staatsvertrages in Hessen eingerichtete Gemeinsame Überwachungsstelle der Länder (GÜL) setzt seit 2012 eine spezialisierte Variante der Fachanwendung ein, um Ereignisse und Tätigkeiten im Rahmen der elektronischen Aufenthaltsüberwachung (EAÜ) zu dokumentieren und die erforderliche Korrespondenz zu generieren.

Seit 2016 wird die Fachanwendung auch als Verwaltungssoftware in den Führungsaufsichtsstellen an den Landgerichten in Hessen pilotiert. Aktuell arbeiten die Führungsaufsichtsstellen am Landgericht Frankfurt (Oktober 2016), Landgericht Gießen (November 2016), Landgericht Darmstadt (Februar 2017), Landgericht Fulda (Mai 2017) und dem Landgericht Limburg (Oktober 2017) mit SoPart® Justiz.

Software für Soziale Dienste der Justiz - Screenshot
Software für Soziale Dienste der Justiz - Screenshot

SoPart® Justiz ist eine Softwareentwicklung der Firma GAUSS LVS mbH mit Sitz in Paderborn im Auftrag des Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen.

Weitere Informationen zu SoPart® Justiz finden Sie auf der Seite der Entwicklerfirma GAUSS LVS mbH.

Das Leistungsspektrum der Fachanwendung SoPart®-Justiz umfasst u.a.:

  • die Erfassung und Pflege von Daten und allen relevanten Informationen im Kontext der Betreuung und Behandlung von Straftätern in einer gemeinsamen Datenbank der Bewährungshilfe und des Justizvollzugs
  • der fallbezogene Zugriff auf die vorhandenen Daten durch jeden Anwender, der einen unmittelbaren dienstlichen Bezug hat
  • automatisierte Abwicklung des Schriftverkehrs
  • die Erleichterung des sogenannten Workflows durch elektronische Weitergabe von Vorgängen
  • die elektronische Übergabe von fallbezogenen Daten zwischen den Dienststellen der Bewährungshilfe und bei Übertritt in den Strafvollzug sowie die automatisierte Fallabgabe durch die Sozialen Dienste im Vollzug bei Unterstellung unter Bewährungsaufsicht (allein durch Änderung der Zugriffsrechte)
  • die Unterstützung der Anwender bei der Erhebung, Verwaltung und Bearbeitung von betreuungsrelevanten Informationen zur Sachbearbeitung
  • Generierung und Übermittlung der elektronischen Zählkarte an das Hessische Statistische Landesamt
  • die Einbindung von bereits vorhandenen Daten aus anderen Anwendungen im Strafvollzug (Basis Web) durch eine elektronische Schnittstelle
  • die Sammlung von nützlichen Kontakten (Straffälligenhilfe, Therapieeinrichtungen etc.) in Bezug auf die Betreuung, Behandlung und Wiedereingliederung von Straftätern
  • der Zugriff auf die Adressdaten und Kontaktinformationen aller Justizbehörden in der Bundesrepublik Deutschland

Aktuell wird SoPart® Justiz in 9 Bundesländern im Bereich der Sozialen Dienste der Justiz als zentrale Datenbanklösung sowie in 6 Bundesländern als Verwaltungssoftware bei Gericht eingesetzt.

Dem Pflege- und Entwicklungsverbund SoPart Justiz® gehören aktuell Vertreter aus den Ländern Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein an.

Stand November 2017